Herzlich Willkommen

                                           bei der

Ritterschaft des Adlerbanners

 

 

                                                                               Wir sind die Geilsten

 

 

 

                  Unsere Hausburg Burg Arras

 

 

Entstehungszeit: um 1100

Burgentyp: Höhenburg

Erhaltungszustand: Wesentliche Teile erhalten

Ständische Stellung: Grafen, Klerikale, Fürsten

Bauweise: Buckelquader

Ort: Alf

Geographische Lage ♁50° 3′ 9,5″ N, 7° 6′ 21″ OKoordinaten: 50° 3′ 9,5″ N, 7° 6′ 21″ O | |

Burg Arras (Rheinland-Pfalz)

Burg Arras

Die Burg Arras ist eine im frühen 12. Jahrhundert gegründete Höhenburg an der Mosel unweit der Gemeinde Alf im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz.

Während der Spätantike entstand an der Stelle der späteren Höhenburg eine spätrömische befestigte Höhensiedlung. Ähnliche Anlagen sind in Eifel und Hunsrück häufig anzutreffen. Nach dem Rückzug der Römer blieb über mehrere Jahrhunderte nur eine Wüstung.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Burg Arras im Jahr 1120, als sie anlässlich der Weihe der Burgkapelle als „castrum atrebatum“ in einer Urkunde erscheint . Angebliche Nennungen aus den 10. Jahrhundert sind wohl dem Bereich der Sage zuzuordnen. Spätmittelalterliche Legenden berichten von einer Errichtung der Burg zur Zeit der Ungarneinfälle. Gänzlich auszuschließen ist die häufig anzutreffende Behauptung, dass der Bergfried vermutlich um das Jahr 936 vollendet worden sei.

Um 1140 erscheint die Burg erneut in der schriftlichen Überlieferung. Anlässlich einer Teilung werden mehrere Bauten genannt, darunter ein Tor, die Kapelle und ein Brunnen, die gemeinschaftlich genutzt wurden, als auch die dem Grafen Friedrich I. von Vianden zustehende Ringmauer, der Graben und ein Turm.

Die Burg war zunächst im Besitz der Pfalzgrafen, später der Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier. 1137 wurde die Burg von den Herren von Entersburg erobert. Der Trierer Erzbischof Albero belagerte die Anlage im Anschluss erfolgreich und gewann sie für das Trierer Territorium zurück. Ein Rittergeschlecht nannte sich nach der Burg und hatte hier ihren Wohnsitz. Burg Arras wurde im 17. Jahrhundert von französischen Streitkräften im pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört.

Nach den Ergebnissen der jüngsten Burgenforschung durch Stefan Ulrich ist es aufgrund der Buckelquader wesentlich wahrscheinlicher, den Bergfried "als Neubau des mittleren 13. Jahrhunderts zu betrachten, wobei sich die Periode unter dem baufreudigen Erzbischof Arnold II. (1242 bis 1259) als Entstehungszeitraum anböte.[2]

Die Burg wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Bergwerksdirektor Traugott Wilhelm Dykerhoff aus Herne neu aufgebaut und beherbergt heute ein Hotel und Restaurant.

Ein Teil des Nachlasses des vormaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke wird von seinem Großneffen auf der Burg präsentiert. Im "Heinrich- und Wilhelmine-Lübke-Gedenkzimmer" können Besucher unter anderem Fotos, Unterlagen und Gastgeschenke besichtigen.

 


Die Burg und  Ihre Geschichte

 

anno 350

Die Burg Arras ist mit der wechselvollen deutschen Geschichte von der ausgehenden Römerzeit bis zum Ende des Mittelalters eng verbunden. Auf dem Höhepunkt der Völkerwanderung im Jahre 350 errichtete der in Trier residierende weströmische Kaiser Magnentius oberhalb einer Straßenkreuzung einen befestigten Platz (lateinisch arrha = befestigter Berg) zur Abwehr gegen die einfallenden Franken.


anno 950

Die 500 Jahre später einsetzenden verheerenden Normannenstürme, die Trier vollständig zerstörten, veranlassten um 900 einen der ranghöchsten Beamten des karolingischen Königshofes, den lothringischen Pfalzgrafen mit Dienstsitz in Aachen, die Burg Arras zum Schutz seines reichen Besitzes an der Mosel zu errichten. An diese Entstehungsgeschichte erinnern heute noch die drei Schilde im Burgwappen. Die Burg wurde 950 fertiggestellt und ist damit die älteste Befestigungsanlage der Region einschließlich des Mittelrheingebietes.

 

anno 1512

Das hohe Ansehen der Herren von Arras im frühen Mittelalter ergab sich aus den nahen Beziehungen, die diese zu den Landesherren von Trier unterhielten. Im Jahre 1105 wird die dem Hl. Laurentius gewidmete Burgkapelle von dem mächtigen Erzbischof Bruno geweiht. Dieser hatte über 20 Jahre als Ratgeber des letzten salischen Kaisers Heinrich V. in den schwierigen Zeiten des deutschen Kaisertums die Reichspolitik bestimmt. Diese Wertschätzung für die Arrasritter ist auch in der Folgezeit durch viele weitere Ereignisse belegt und zeigt sich besonders bei dem Besuch Kaiser Maximilians I. am 7.3.1512 und der anschließend von den Arrasrittern zum Reichstag nach Trier begleitet wurde. Ein Sohn der Burg, Dietrich von Metzenhausen, führte auf diesem Reichstag die Verhandlungen mit der französischen Königsfamilie, die das Herzogtum Burgund nicht den Habsburgern überlassen wollte. Diese Streitigkeiten waren Anlass und Ausgangspunkt der dann beginnenden und bis in unser Jahrhundert reichenden sog. Erbfeindschaft mit Frankreich. Zerstörung der Burg Arras und Vertreibung ihrer Bewohner im pfälzischen Erfolgekrieg waren 1689 die Folge.

Auch der trierische Kurfürst Johann von Metzenhausen (1492 -1540), auf dessen Betreiben die Bekämpfung der Wiedertäufer aus Münster zurückgeht, stammt von Burg Arras. Seiner Familie wurde in einer heute noch vorhandenen Urkunde ewiges Wohnrecht auf der Burg verliehen.

 

anno 1624

Eine im Staatsarchiv verwahrte Bestandsaufnahme der Burggebäude aus dem Jahre 1624 gibt Auskunft über die damalige Wohn- und Lebensweise. Der noch vorhandene Weinkeller mit einem Fassungsvermögen von 32 Fudern Wein - ein Fuder umfasst im Moselland 1.000 Liter - diente der eigenen Versorgung. Ebenso sind sieben kleine Keller für Obst, Gemüse und Getreide verzeichnet. Stallungen für Pferde, Rindvieh und Schweine waren von einem der drei Innenhöfe zugänglich. Der Wohnteil allein umfasste acht Wohnstuben und 14 Schlafkammern. Die Burgkapelle befand sich im Anschluss an den Rittersaal. Den Burgherren standen neben dem Lachs- und Hechtfang in der Mosel und im Alfbach die hohe Jagd im benachbarten Kondelwald bis Bad Bertrich zu, dessen warme Quellen ihnen ebenfalls einst gehörten.

Nach dem Abzug der Franzosen am Ende des Pfälzischen Erfolgekrieges verfiel die Burg langsam. Die Ruine wurde von der Bevölkerung als Steinbruch benutzt. Der 1000jährige Turm, der im Erdgeschoss eine Stärke von 4 m aufweist, widerstand jedoch allen Zerstörungsversuchen und ist daher wohl das älteste Bauwerk zwischen Koblenz und Trier.


anno 1900

Wiederaufbau. Der Bergwerksdirektor Traugott Wilhelm Dykerhoff aus Herne hat um 1900 unter Einbeziehung des stehengebliebenen Mauerwerkes die Burg wieder bewohnbar gemacht.

Bei der Besichtigung der Anlage und des Burgmuseums mit einer Gedenkstätte für den ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke - einem Angehörigen der heutigen Eigentümer - wünschen wir Ihnen viel Freude.

Tauchen Sie ein in eine längst vergangene Zeit und erleben Sie die besondere Stimmung einer mittelalterlichen Ritterburg.



                                                        Quelle: www.arras.de